
Rollen
Auf der Suche nach der optimalen Angelrolle für Deine nächste Session? Bei uns findest Du im Handumdrehen die passende Wahl - egal ob Du eine Stationärrolle, einen Baitcaster oder eine Multirolle brauchst.
<h2>So findest Du Deine perfekte Angelrolle</h2><p>Bei fast jeder Angelmethode bildet die Rolle das technische Zentrum Deiner Ausrüstung. Nur beim Stippen oder beim ganz leichten Fliegenfischen spielt sie eine untergeordnete Rolle - ansonsten übernimmt sie sämtliche Kernaufgaben: den Köder auswerfen, weite Distanzen überbrücken, Bisse kontern, den Köder führen, Fische ausbremsen und schließlich sicher landen. Damit Du dabei lange Freude an Deinem Gerät hast, braucht es bestimmte technische Eigenschaften und ein solides Qualitätsniveau.<br>Je nach Angelmethode unterscheiden sich die Anforderungen an Deine Rolle enorm. Ein Brandungsangler benötigt ein völlig anderes Modell als ein Spinnfischer, und auch Fliegenrollen ticken technisch komplett anders als klassische Multi- oder Stationärrollen.</p><p>Am Markt findest Du das komplette Spektrum - von simplen Einstiegsmodellen bis zu High-End-Rollen für Profis. Wie so oft liegt die beste Lösung in der Mitte: Ein absolutes Spitzenmodell muss es nicht immer sein, auch wenn solche Rollen enorm viel Angelspaß bieten und meist sehr langlebig sind. Trotzdem solltest Du selbst als Gelegenheitsangler auf ein gewisses Mindestmaß an Qualität achten, denn eine schlecht verarbeitete Rolle kann Dir die Freude an diesem großartigen Hobby schnell verderben.</p><p>Im Folgenden zeigen wir Dir den Aufbau und die Einsatzgebiete der unterschiedlichen Rollentypen und geben Dir wertvolle Tipps für den Kauf Deiner optimalen Angelrolle.</p><h3>Die unterschiedlichen Rollentypen</h3><p>Für jeden Einsatzzweck gibt es die passende Bauform. Die folgende Übersicht zeigt Dir, welcher Rollentyp zu welcher Angelmethode passt:</p><p><table><tbody><tr><td><p><strong>Rollentyp</strong></p></td><td><p><strong>Einsatzzweck</strong></p></td></tr><tr><td><p>Fliegenrolle</p></td><td><p>Fliegenfischen</p></td></tr><tr><td><p>Freilaufrolle</p></td><td><p>Karpfenangeln, Meeresangeln, Ansitzangeln, Forellenangeln</p></td></tr><tr><td><p>Stationärrolle</p></td><td><p>Spinnfischen, Karpfenangeln, Ansitzangeln, Grundangeln, Meeresangeln, Welsangeln</p></td></tr><tr><td><p>Multirolle</p></td><td><p>Meeresangeln, schweres Raubfischangeln</p></td></tr><tr><td><p>Baitcasterrolle</p></td><td><p>Spinnfischen</p></td></tr><tr><td><p>Distanzrolle</p></td><td><p>Brandungsangeln, Karpfenangeln</p></td></tr><tr><td><p>Kapselrolle</p></td><td><p>Spinnfischen, Ansitzangeln</p></td></tr><tr><td><p>Centerpin-Rolle</p></td><td><p>Friedfischangeln und Driftfischen am Fluss</p></td></tr></tbody></table><h3>Stationärrolle</h3><img src="https://cdn.shopify.com/s/files/1/0548/9197/0669/files/epixor-2.jpg" alt="Stationärrolle" width="200" height="200"><p>Die Stationärrolle ist der universellste und am häufigsten verwendete Rollentyp überhaupt. Ihre Spule steht fest und längs zur Rutenachse - daher stammt auch die englische Bezeichnung <em>fixed spool</em>. Ein rotierender Rotor führt die Schnur über das <strong>Schnurlaufröllchen</strong> auf die Spule. Dabei hebt und senkt sich die Spulenachse im Rollengehäuse, damit sich die Schnur gleichmäßig verteilt. Die Spule selbst dreht sich ausschließlich beim Schnurabzug über die Bremse.</p><p>Ist der Schnurfangbügel umgeklappt, gleitet die Schnur nahezu widerstandslos ab - dadurch lassen sich mit der Stationärrolle Köder fast jeder Gewichtsklasse mit der passenden Rute auf große Distanz werfen.</p><h4>Größe der Stationärrolle</h4><p>Von der federleichten Minirolle bis zum Kraftpaket für den Großfischfang - Stationärrollen gibt es in nahezu jeder erdenklichen Größe. Früher galten sie als weniger stabil als Multirollen, heute gibt es jedoch Modelle, die selbst harte Salzwasserräuber wie Thunfisch, Segelfisch oder Giant Trevally bezwingen können. Bauteile aus hochfestem Aluminium, Titan oder Edelstahl machen das möglich.</p><p>Auch das Gewicht sinkt stetig: Eine moderne mittelgroße <strong>Spinnrolle</strong> bringt mittlerweile kaum mehr als 200 Gramm auf die Waage.</p><h4>Bremse der Stationärrolle</h4><p>Bei Stationärrollen findest Du Frontbremse, Heckbremse oder eine Kombination beider Systeme. Vor rund 15 Jahren waren Heckbremsrollen noch weit verbreitet - heute dominieren fast ausschließlich Frontbremsmodelle den Markt.</p><p>Der Grund: Frontbremsen arbeiten direkter, nutzen größere Bremsscheiben und sind konstruktiv einfacher aufgebaut. Das macht sie den heckgebremsten Modellen klar überlegen.</p><h4>Schnurverlegung <strong>bei Stationärrollen</strong></h4><p>Eine präzise Schnurverlegung ist entscheidend, vor allem wenn Du moderne Geflechtschnüre fischen willst. Genauso wichtig sind ein leichter Lauf und eine sauber arbeitende, rückschlagfreie Bremse.</p><p>Achte außerdem auf ein möglichst geringes Getriebe- und Kurbelspiel. Das ist einerseits ein Qualitätsmerkmal enger Fertigungstoleranzen, andererseits nimmt das Spiel im Laufe der Nutzung ohnehin zu. Hat Deine Rolle schon ab Werk viel Spiel, verlierst Du recht schnell die Freude an ihr.</p><h4>Kugellager <strong>bei Stationärrollen</strong></h4><p>Die reine Anzahl der Kugellager sagt wenig aus - entscheidend ist, dass mindestens vier hochwertige Lager an den zentralen Stellen verbaut sind. Mehr dazu findest Du auch im Abschnitt zu den Spinnrollen.</p><p>Bauartbedingt solltest Du Deine Stationärrolle stets bis knapp einen Millimeter unter den Spulenrand befüllen. So minimierst Du die Reibung beim Wurf, was sowohl Deine Wurfweite erhöht als auch eine gleichmäßigere Bremsleistung sicherstellt.</p><p><strong>Übersetzung bei Stationärrollen</strong></p><p>Jede Stationärrolle verfügt über eine feste Übersetzung - der Rotor dreht sich also mehrmals pro Kurbelumdrehung, was die Einholgeschwindigkeit deutlich erhöht. Die Bandbreite reicht von gemächlichen 3,8:1 bis zu blitzschnellen 7,0:1. Beachte dabei: Je schneller die Übersetzung, desto mehr Schnur holst Du pro Umdrehung ein, aber desto mehr Kraft musst Du auch beim Kurbeln aufwenden. Überlege Dir also vorab, welche Einholgeschwindigkeit zu Deiner Angelmethode passt. Rollen mit Übersetzungen zwischen 4,7:1 und 6,0:1 funktionieren bei fast jeder Methode gut und gelten daher als echte Allrounder.</p><h3>Multirolle</h3><img src="https://cdn.shopify.com/s/files/1/0548/9197/0669/files/multirolle-am-beispiel-der-calcutta-conquest-301.jpg" alt="Multirolle" width="200" height="200"><p>Bei der Multirolle dreht sich die Spule quer zur Rutenachse.</p><p>Diese Bauweise sorgt für enorme Stabilität, verlangt beim Auswerfen aber etwas Übung: Da die Spule während des Wurfs selbst rotiert, kann sie sich überschlagen - die Folge sind unschöne Schnurverwicklungen, sogenannte 'Perücken'. Hast Du aber erst einmal die passende Bremseinstellung gefunden und den Wurfablauf verinnerlicht, sind mit der Multirolle Würfe über gewaltige Distanzen möglich. Die meisten Wurfweiten-Rekorde wurden und werden nach wie vor mit Multirollen aufgestellt - allerdings bleibt das eine echte Spezialdisziplin. In der Praxis kommen Multirollen meist beim schweren Meeresangeln zum Einsatz, wo ihre Stärken - Stabilität sowie einfaches, kontrolliertes Ablassen der Schnur - voll zur Geltung kommen. Es gibt Multirollen mit und ohne Schnurführung. Bei leichterer, schneller Fischerei ist eine Schnurführung durchaus sinnvoll. Beim schweren Fischen stellt sie dagegen eher einen Schwachpunkt dar, weshalb große Multirollen meist ohne Schnurführung ausgewählt werden sollten.</p><p>Bei der Bremse unterscheidet man zwischen der Sternbremse (Star Drag), bei der die Bremskraft über ein Sternrad an der Kurbel eingestellt wird, und der Schiebebremse (Lever-Drag), bei der ein Hebel am Gehäuse die Bremskraft regelt. Letztere erzeugt höhere Bremskräfte, ist bei Wurfrollen aber etwas schwieriger zu bedienen und nicht immer leicht zu justieren.</p><p>Auch die Multirolle besitzt eine Übersetzung: Die Spule dreht sich mehrmals pro Kurbelumdrehung, was die Einholgeschwindigkeit erhöht.</p><h3>Baitcasterrolle</h3><img src="https://cdn.shopify.com/s/files/1/0548/9197/0669/files/baitcaster.jpg" alt="Baitcasterrolle" width="200" height="200"><p>Die Baitcaster ist eine spezielle Bauform der Multirolle. Diese kompakten, meist flachen Rollen werden auch als 'low-profile' bezeichnet und sind fürs Werfen von Ködern - vor allem beim Spinnfischen - konzipiert. Auch hier steht die Spule quer zur Rutenachse, allerdings verfügt die Baitcaster stets über eine Schnurführung und ein sehr leichtes Spulengewicht, damit auch leichte Köder geworfen werden können. Der Auslöseknopf zur Schnurfreigabe sitzt mittig am Rollengehäuse - das ermöglicht komfortable Bedienung und blitzschnelles Fischen, weshalb die Baitcaster besonders bei Schwarzbarsch- und Wettkampfanglern beliebt ist.</p><p>Konstruktionsbedingt lassen sich mit bestimmten Baitcastern nur Köder in bestimmten Gewichtsbereichen werfen. Entscheidend dafür sind vor allem das Spulengewicht und die verbauten Spulenlager. Für sehr leichte Köder braucht es eine ultraleichte Spule mit erstklassigen Leichtlauflagern, damit die Spule schnell genug in Rotation gerät. Deshalb sind Baitcaster für die leichteste Fischerei oft die kostspieligere Wahl. Hast Du diese Hürde aber einmal genommen und Dich mit der Rolle eingespielt, sind Präzision und Geschwindigkeit beim Fischen kaum zu übertreffen.</p><p>Wie Stationär- und Multirolle verfügt auch die Baitcaster über eine Übersetzung.</p><h3>Freilaufrolle</h3><img src="https://cdn.shopify.com/s/files/1/0548/9197/0669/files/freilaufrolle.jpg" alt="Freilaufrolle" width="200" height="200"><p>Die Freilaufrolle ist eine Sonderform der Stationärrolle: Über einen Hebel aktivierst Du eine zweite, separat einstellbare Bremse. So kannst Du den Schnurabzug von sehr leicht bis mittelschwer einstellen und gewährleistest beim Karpfen- oder Ansitzangeln den freien Abzug eines Fisches direkt nach dem Biss. Sobald Du einmal an der Kurbel drehst, greift wieder die Hauptbremse - das macht die Handhabung beim Karpfenangeln besonders einfach.</p><p>Modelle mit vorne sitzender Hauptbremse solltest Du Heckbremsmodellen vorziehen, da sie mehr Bremskraft liefern und gleichmäßiger arbeiten.</p><p>Freilaufrollen gibt es in vielen unterschiedlichen Größen. Kleine Modelle eignen sich bestens fürs Forellenangeln, große Modelle bringen genug Kraft und Schnurfassung mit, um sie zum Distanzangeln auf Karpfen und Raubfisch einzusetzen.</p><p>Auch beim Schleppfischen sind Freilaufrollen beliebt, da sich die Schnur ähnlich unkompliziert ausbringen lässt wie bei einer Multirolle.</p><p>Selbst beim Meeresangeln in Norwegen werden Freilaufrollen zunehmend beliebter - vor allem bei Anglern, die mit Multirollen weniger gut zurechtkommen. Sie gelten inzwischen als ernstzunehmende Alternative.</p><h3>Distanzrolle</h3><p>Distanzrollen sind Stationärrollen mit überdimensionierter Spule und meist großem Schnurfassungsvermögen. Der große Spulendurchmesser ermöglicht extreme Weitwürfe, die hohe Schnurfassung erlaubt das Angeln auf enorme Distanzen. Manche Karpfenangler fischen inzwischen auf bis zu 400 Meter Entfernung. Solche Strecken lassen sich natürlich mit keiner Rute der Welt auswerfen - aber das Schnurfassungsvermögen dieser sogenannten 'Big-Pit'-Rollen erlaubt es, die Montage per Boot auf diese Distanz zu bringen und trotzdem genug Schnurreserve auf der Spule zu behalten.</p><p>Bei diesen Rollen kommt der Schnurverlegung besondere Bedeutung zu - sie sollte möglichst gleichmäßig sein, damit die Schnur reibungslos abläuft.</p><h3>Kapselrolle</h3><p>Kapselrollen sind mittlerweile selten geworden und kaum noch erhältlich. Bei diesem Rollentyp verdeckt eine Kapsel die Spule, die Schnurauslösung erfolgt - ähnlich wie beim Baitcaster - über eine Daumentaste. Die Bedienung ist denkbar einfach: Dank der geschlossenen Kapsel kannst Du die Rolle problemlos im Gras oder Schilf ablegen und sogar kurbeln, ohne dass sich lange Halme im Rotor verfangen.</p><p>Das machte Kapselrollen vor allem bei Kindern, Einsteigern und beim Nachtangeln auf Aal & Co. beliebt.</p><p>Bremsleistung, Wurfweite und Kurbelqualität lassen bei den meisten Kapselrollen jedoch deutlich zu wünschen übrig - kein Wunder also, dass dieser Rollentyp heute kaum noch verwendet wird.</p><h3>Fliegenrolle</h3><p>Fliegenrollen sind ausschließlich fürs Fliegenfischen konzipiert und für die Aufnahme der dicken Fliegenschnüre gebaut. Die Spulenachse steht quer zur Rutenachse, eine Übersetzung besitzen Fliegenrollen normalerweise nicht - stattdessen arbeiten sie mit einem sogenannten <em>Direct-Drive-System</em>. Das heißt: Im Gegensatz zu fast allen anderen Rollentypen dreht sich die Spule nur einmal pro Kurbelumdrehung, der Schnureinzug fällt entsprechend gering aus. Da beim Fliegenfischen aber viel über die Schnurhand gedrillt wird, reicht das völlig aus.</p><p>Früher besaßen Fliegenrollen meist nur eine Ratsche als Überlaufsperre. Moderne Modelle sind dagegen fast immer mit einer gekapselten Hochleistungsbremse ausgestattet, die auch den sicheren Drill kampfstarker Fische über die Rolle selbst ermöglicht.</p><p>Fliegenrollen sind sehr leicht und werden nach Schnurklassen in ihrer Größe eingeteilt - so findest Du leicht das passende Modell zu Deiner Rute und Schnur. Auf eine Rolle der Größe sieben bis neun passt beispielsweise eine Fliegenschnur der Klasse #8 plus etwa 150 bis 200 Meter Backingschnur. Bei leichteren oder schwereren Schnüren ändert sich die Backing-Kapazität entsprechend.</p><p>Bei leichter Fischerei bis Klasse #5 wird oft direkt über die Schnurhand gedrillt - hier reichen auch günstigere Modelle aus, da die Rolle in diesem Fall kaum mehr als ein Schnurhalter ist. Zielst Du auf kampfstärkere Fische ab, solltest Du dagegen auf eine hochwertige, leichte Fliegenrolle mit sehr guter Bremse setzen.</p><h3>Centerpin-Rolle</h3><p>Diese Spezialrollen haben genau einen Einsatzzweck: das Driftfischen auf Friedfisch am Fließgewässer. Sie verfügen über eine extrem leichtlaufende Spule, die quer zur Rutenachse steht. Der Spulendurchmesser ist meist groß, damit trotz fehlender Übersetzung ausreichend Schnur aufgenommen werden kann.</p><p>Die Spule muss so leicht laufen, dass sie beim Zug der Montage durch die Strömung sofort Schnur freigibt, ohne diese zu stark abzubremsen.</p><p>Eine Bremse suchst Du bei diesen Rollen meist vergeblich - in seltenen Fällen ist wenigstens eine Ratsche als Rücklaufsperre im Drill vorhanden.</p><p>Centerpin-Rollen kommen an Match- oder Bologneseruten zum Einsatz. Auswerfen ist mit ihnen kaum möglich, aufgrund des Einsatzzwecks aber auch nicht notwendig.</p><h3>Anwendungshinweis</h3><p>Bevor Du Dich für ein Modell entscheidest, überlege Dir zuerst, an welchem Gewässer und mit welcher Zielfischart Du hauptsächlich unterwegs bist. Passe die Rollengröße an Deine Rute und die verwendete Schnurstärke an und teste die Bremse vor dem ersten Einsatz immer unter realistischer Zuglast. So stellst Du sicher, dass Deine Rolle im entscheidenden Moment beim Drill nicht zum Schwachpunkt wird.</p>







































































